Vor ein paar Tagen habe ich für einen Kunden ein bestimmtes Bild in meinem Bildarchiv gesucht, und musste dafür tief in den virtuellen Keller hinabsteigen. In einer verstaubten Ecke fand ich einen Ordner, dessen Inhalt mir gar nicht mehr bewusst war. Der mich aber erfreut hat und den ich Euch nicht vorenthalten möchte 😉
Im Oktober 2009 (!), also vor 16 Jahren…., hat nämlich in Berlin das neue Gebäude der Zentralbibliothek der Humboldt-Universität eröffnet. Kurz vor der Eröffnung habe ich das von innen, zusammen mit einem Kollegen, panoramisiert. Dafür hatten wir uns mit stolz geschwellter Brust und sehr von uns überzeugt, eine Hasselblad-Kamera mit damals sagenhaften mittelformatigen 39 Megapixeln samt passendem Objektiv ausgeliehen 😉
Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Computer dann mit den grossen Bilddateien und erst recht mit den gestitchten Panos, doch etwas zu rödeln hatten. Heutzutage hat jede handliche Vollformatkamera, die etwas auf sich hält, 45 bis 60 Megapixel. Und jedes aktuelle MACBOOK stitcht solche Panos aus zehn, zwanzig oder mehr Einzelbildern heutzutage in Sekunden zusammen. jedenfalls, solange man es nicht bewusst mit der Auflösung übertreibt 😉
Wie erwähnt, das war VOR 16 Jahren. Da sind wir mal gespannt, wie und womit IN 16 Jahren fotografiert wird 😉
So oder so ähnlich höre ich es oft, wenn Leute mich mit teuren Systemkameras, Objektiven, Stativ und Panoramavorrichtung beim Herumhantieren beobachten.
Warum das zwar nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig ist, will ich hier heute mal anhand eines konkreten Beispiels beleuchten. Wir reden hier übrigens nur vom Thema „Fotos“ – das Thema „Videos mit dem Handy“ ist eine andere Schiene und wird hier nicht beleuchtet.
Um es vorwegzunehmen:
Die meisten Mobiltelefone der aktuellen Technikgeneration liefern heute eine erstaunliche Bildqualität. Da hat sich in den letzten Jahren enorm viel getan und entwickelt.
Für alle, denen es weniger auf das letzte Quentchen Qualität, sondern vor allem auf schnelle Schnappschüsse, Erinnerungs- und Alttagsfotos ankommt, ist die Kamera des Mobiltelefones die perfekte Lösung: Immer dabei, immer vefügbar, leicht und unauffällig, ohne grosses Gebastel mit Bildbearbeitungsprogrammen sofort verwertbare Bilder und Erinnerungen. Blitzschnell können die geschossenen Bilder ausserdem auf irgendwelche „Social-Media“-Plattformen hochgeladen oder an Freunde gesendet werden.
Und wer sich ein bisschen mehr mit den Bilddateien aus dem Mobiltelefon beschäftigt, beispielsweise unter Verwendung von Bildbearbeitungs-Apps auf dem Handy selbst oder sogar auf dem Computer – auch auf dem Handy sind ja schon eine Weile die Aufnahmen von Rohdaten möglich – kann durchaus gute Bilder und Panoramen erschaffen.
Der Grund dafür: Eine Handykamera hat konstruktionsbedingt nun mal einen ziemlich kleinen Sensor und weniger lichtstarke sowie optisch nicht so hochwertige Objektive verbaut. Um dies auszugleichen, werden die Aufnahmen im Handy per Software „optimiert“. Dabei werden intern mehrere Bilder in Sekundenbruchteilen verrechnet, um für den Benutzer ein für den Durchschnitt der Betrachter optisch gefälliges Ergebnis zu erreichen.
Bei gutem Tageslicht funktioniert das inzwischen wirklich gut. Unter anderem deswegen sehen Eure Handy-Urlaubsfotos aus der Karibik oder Eurer Sommer-Städtereise immer so knallig und satt aus 😉 Diese vom Algorithmus des Handys automatisch optimierten Bilder, meistens überschärft, mit (zu) starkem Kontrast und eigentlich übersättigt, sind aber nachträglich nur noch schwer zu korrigieren.
Auch für grosse Drucke stösst eine Aufnahme oder gar ein Panorama aus dem Handy auflösungstechnisch schnell an seine Grenzen. Details wirken dann „matschig“ oder verschwinden ganz im Pixelbrei, weil einfach in der Handyfoto-Datei nicht genug Bildinformationen gespeichert werden. Aber wann macht man schonmal ein Foto um einen ganzen S-Bahnhof zu bekleben…;-)
Darüber hinaus haben diese auf den ersten Blick guten Aufnahmen aus einem Mobiltelefon (und auf einem Handy-Display sieht fast alles erstmal „gut“ aus) eine weitere Einschränkung. Und zwar auch bei gutem Tageslicht, allerspätestens aber ab Sonnenuntergang: Schärfe, Details, Kontraste, Rauschen, Farben und Dynamik der Bilder aus dem Handy können insgesamt nur geringer sein und weniger „Reserven“ haben, als Bilddateien aus einem grossen Sensor mit optisch besseren Objektiven sowie ohne grössere automatisierte Eingriffe von Software in die Bilddateien einer Systemkamera.
Nochmals betont: Wer Erinnerungen per Handy sammelt, für den ist das auch völlig ok und absolut in Ordnung. Nicht jeder will eine Kamera mit Objektiven, Stativ usw durch die Gegend schleppen, nicht jeder guckt sich seine Bilder in Vollauflösung auf einem grossen Monitor an und kennt dabei jeden Pixel persönlich.
Wer aber Spass am Fotografieren und den Ergebnissen hat, oder zum Beispiel Bildmaterial für Kunden erstellt oder verkauft, wird mit einem Mobiltelefon nicht weit kommen.
Tele-Aufnahmen sind oft nicht oder nur eingeschränkt möglich oder gar nur „Digitalzoom“, also auf Kosten der Auflösung aus dem Bild ausgeschnitten. Langzeitbelichtungen beispielsweise sind mit dem Mobiltelefon nur eingeschränkt machbar. Oder als weiteres Beispiel: ich habe vor einiger Zeit mal ein 360°-Panorama von Berlin für einen Kunden erstellt. In das kann ich man bis ins Detail hineinzommen und noch in die Fenster der Wohnhäuser gucken.Selbst mit einer guten Handykamera ist das technisch (noch) nicht möglich. Okay, sowas macht man ja auch nicht jeden Tag 😉
Selbst mein kleinstes und bekanntes Panorama ist und musste aufwändig in voller Grösse mit einer „richtigen Kamera“ entstehen, und würde SO bis heute von keiner Mobiltelefonkamera geliefert werden.
Ein konkretes Beispiel
Als konkretes Beispiel habe ich hier für Euch mal ein Panorama aus Potsdam. Einmal aus einer CANON EOS, einmal aus einem Mobiltelefon (eine Marke nenne ich hier bewusst nicht).
Bevor Ihr im Text hier weiter scrollt, guckt mal zuerst auf die folgenden Panoramen, ohne die Dateinamen zu beachten – wer erkennt, welches Panorama mit einem Mobiltelefon und welches mit einer Systemkamera entstanden ist?
Das oberste Panorama hat mein Mobiltelefon so ausgespuckt. Das untere ist unbearbeitet aus den Einzelaufnahmen der „richtigen“ Kamera nur zusammengestitcht. Nebenbei: Das hier schiefe und dann „fertige“ Beispiel-Panorama könnt Ihr Euch HIER anschauen.
Normalerweise ist es übrigens umgekehrt: Meine Handy-Panos sind erstmal schief und so, die Fotos aus der Kamera hingegen korrekt ausgerichtet. Keine Ahnung warulm ich hier irgendwie geschlafen habe, wahrscheinlich #ausGründen nicht ganz bei der Sache gewesen 😉 Sei es drum, bei diesem Beispiel kommt es ja auf etwas anderes an:
Natürlich kann man über Farben, Bildschnitt und so weiter unterschiedlicher Meinung sein – aber spätestens aber wenn man sich irgendein Detail in voller Grösse anguckt, sieht man den Unterschied. Zum Vergleich nehme ich hier mal das Kuppelkreuz auf der Kirche:
Zuerst das Detail aus dem Panorama der richtigen Kamera, drunter aus dem Panorama mit dem Handy:
Noch klarer wird der Unterschied bei noch stärkerer Vergrösserung. Wieder ist die obere Aufnahme die aus der Kamera, die untere aus dem Handy:
Da ist in der Kamera im Handy eben keine Reserve mehr, wenig Auflösung und die Algorithmen im Handy haben das Bild schon komprimiert und angepasst.
Nerdkram aus der Fotoblase, sicherlich 😉 Doch selbst wenn dieser Unterschied nicht für jeden wichtig ist, potenziert er sich bei grossen Drucken, schlechtem Licht oder am Abend bzw der Nacht im Detail.
Meine Bilder kann man zum Beispiel auch für sehr grosse Drucke erwerben – keine Handyaufnahme kann dafür eine entsprechende Datei für einen qualitativ hochwertigen und detailreichen grossen Druck liefern. Und nein, auch nicht wenn das Bild per KI-Tools hochinterpoliert wurde. Da fehlen schlichtweg Bildinformationen, wie obenbereits erwähnt dem kleinen Sensor sowie Bildverarbeitungs-Algorithmus schon im Handy geschuldet.
Und die Zukunft?
Ich persönlich nehme an, dass in einigen Jahren kaum jemand mehr eine extra Kamera mit Objektiven besitzt. Die Kameras in den Mobiltelefonen werden jetzt schon von Handygeneration zu Handygenaration merklich besser.
Sensoren und die im Handy verbauten Optiken werden immer noch weiter optimiert, schon heute gibt es zudem handliche Zusatzobjektive und ganze Filtersysteme, passend für das Handyfoto-Universum.
Software und KI (ist ja auch nur Software ;-)) wird schliesslich noch mehr als bereits heute dafür sorgen – so meine Meinung – dass Fotos aus einem Mobiltelefon dann annähernd die Qualität wie aus einer heutigen Systemkamera haben werden.
Ausser für einige Spezialanwendungen und Foto-Enthusiasten wird dann kaum jemand mehr kiloweise Fotoausrüstung rumschleppen.
Natürlich sind ausnahmslos alle meine Panoramen aufwändig mit „echten“ Kameras, Stativ und Nodalpunktadaptern entstanden, dazu reichlich Bearbeitung am Rechner.
Dabei nutze ich die Panorama-Funtion des Handys übrigens oft selber an einem Motiv vor Ort, um die Panorama-Bildwirkung eines geplanten Panoramas abschätzen zu können. Die Qualität dessen, was das Handy dann ausspuckt, ist dabei dann völlig unwichtig. Egal ob das unscharf, schief, verrauscht, verwackelt ist – es geht mir dabei nur darum, abschätzen zu können ob und wie das gewünschte Panorama „wirkt“.
Also: Wer kein weiteres Interesse an „Fotografie“ hat, seine Bilder als schnell verfügbare Erinnerungen haben möchte, ist mit einem aktuellen Mobiltelefon und dessen Kamera bestens versorgt. Vergesst nur nicht, diese Euch vielleicht wichtigen Fotos auch mindestens auf einem weiteren Speicherort NICHT auf dem Mobiltelefon zu sichern – aber das ist ein anderes Thema.
Wer keine Lust (mehr) hat, eine normale Fotokamera herumzutragen, aber stattdessen in das Thema „gute Handyfotos“ tiefer einsteigen möchte, wird kaum darum herumkommen, sich mit speziellen Foto-Apps und Hintergrundwissen zu beschäftigen. Da diese Apps ziemliche Anforderungen an Rechenleistung des Handys und den Speicherplatz stellen – neben dem reinen Speicherplatz für die Fotodateien – ist auch die Verwendung eines aktuellen und leistungsstarken Mobiltelefons mit reichlich Speicherplatz angeraten.
Für alle, die auch im Detail schärfere Fotos haben wollen oder benötigen und Spass an der Fotografie haben, ist aktuell eine Systemkamera mit Objektiven immer noch das Mittel der Wahl.
Und die beste Kamera ist sowieso immer die, die Ihr grad dabei habt 😉
„Ich würde auch gerne von der Fotografie leben – kannst Du mir zeigen wie das geht?“
Hin und wieder stellen mir Leute in meinen Foto-Workshops, vor allem aber aus meinem näheren und weiteren Umfeld, gern mal diese Frage.
Viele Gespräche und Erlebnisse dazu haben mir über die Jahre dazu allerdings eines deutlich gezeigt: Den allermeisten ist dabei Begriff und Inhalt der „Selbst-Ständigkeit“ (sic!) nicht bewusst, und zumindest in einigen Fällen ist da auch Bequemlichkeit und buchstäblich Faulheit im Spiel.
Dazu möchte ich hier nun mal ein bisschen aus dem praktischen Nähkästchen plaudern 😉
Was manche bei mir sehen oder sehen wollen, lässt sich zunächst einmal leicht so zusammenfassen:
Oft (vermeintlich) freie Zeiteinteilung
Viel unterwegs
Kein Chef der mir auf die Nerven gehen könnte 😉
Jeder der genannten Punkte stimmt so – ist aber nicht für jeden ein Vorteil oder angestrebter Weg, kann sich auch leicht umkehren bzw für jeden individuell „negativ“ bewertet werden.
Denn, was viele nicht sehen…:
Klar habe ich oft den Luxus der „freien Zeiteinteilung“. Was aber dabei sehr gerne nicht gesehen wird ist, dass ich dann z.B. abends oft, während andere auf der Couch rumlümmeln, bis irgendwann nachts am Computer sitze. In Summe habe ich tatsächlich weit mehr als eine 40-Stunden-Woche, es verteilt sich nur angenehmer.
wenn ein konkreter Job anliegt, ist man dann auch mal ein ganzes Wochenende oder drei Tage oder zwei Wochen 24/7 genau mit diesem Job beschäftigt, und hat für wirklich nichts anderes Zeit;
solche Jobs vorab auch oft aufwändig vorbereitet werden müssen oder sich über zwei Jahre hinziehen, einiges an Geld im Spiel ist und man 100% liefern muss;
es auch Jobs gibt, die mit der eigenen Art der Fotografie nicht viel zu tun haben, und man sie trotzdem gut und erfolgreich erledigen und abliefern muss.
Damit das hier jetzt nicht falsch verstanden wird: Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben, ich wusste was mich erwartet und wollte das genau so haben. Für mich überwiegen bei weitem die Vorteile, unter anderem auch die „freien Zeiteinteilung“. Und wenn ich drei oder zehn Tage vollkommen abtauche für die Erledigung eines Jobs, ist das für mich kein „Nachteil“. Irgendwann ist die Arbeit nämlich erledigt, und man kann sich dann ausreichend vom Schlafmangel erholen und sich über einen zufriedenen Kunden und die bezahlte Rechnung freuen.
„Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag mehr in deinem Leben zu arbeiten“ (Konfuzius)
Es gibt ein paar witzige Internet-Memes, die den Unterschied zwischen Wunsch und Realität des Knipserlebens ganz gut umschreiben. Leider kann ich die aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht direkt einbinden – aber wer ein bisschen grinsen mag klickt dazu gerne HIER 😉
Wer mich also befragt und gerne auch von der „Fotografie leben möchte“, kriegt von mir eine entsprechend offene und ehrliche Antwort, mit Vor- und Nachteilen, vielen Aspekten der Sache aus verschiedenen Perspektiven usw.
Alsdann teilt es sich in zwei Richtungen:
Die einen, meist selber sehr zufrieden mit ihren jeweiligen Jobs und ihrem Leben, erkennen dass das „Leben von der Fotografie“ mehr bedeutet als ein paar „likes“ für gute Fotos oder ein kleiner Zuverdienst mit gelegentlich verkauften Bildern. Sie erkennen, dass es einige Jahre dauert und mit einigem Aufwand verbunden ist, daraus ein sich selbst tragenes Einkommensmodell zu bauen. Beruhigt betreiben sie neben ihrem Beruf die Fotografie mehr oder weniger intensiv als Hobby weiter und machen tolle Fotos!
Und dann sind da die „anderen“: Man klopft hauptsächlich grosse Sprüche. Man will das Geld am liebsten geschenkt. Man will entweder gar nichts investieren oder denkt denkt über die Anschaffung von teurem Equipment nach („kriege ich ja vom Finanzamt wieder“ – die Unwissenheit und noch viel schlimmer Unbelehrbarkeit ist schon manchmal erschreckend). Man sieht sich schon als Starfotograf, der ansonsten den ganzen Tag im Garten sitzt und von Milliarden von Followern bei Instagram gefeiert wird.
Was passiert, wenn ich diesen Leuten auf Nachfrage einen Job anbiete
Ich habe ja immer mal wieder mal kleinere und grössere Foto-Jobs auf Honorarbasis zu vergeben.
Nachfolgend dazu eine kleine Anekdotensammlung, was einem als Job-GEBER dann mit so ein paar Knallschoten passieren kann….
Natürlich aus juristischen Gründen alles anonymisiert, und natürlich gibt es neben diesen Knallschoten auch noch Kollegen und Neueinsteiger, die tolle Arbeit machen, ehrlich und zuverlässig sind, und auf die ich immer gern zurückgreife.
Da war einer, es ist schon einige Zeit her, der sich als Filmer angeboten hat. Da ich das Filmen selber nicht mache, ein Kunde von mir aber ergänzend zu Fotos für einen zu der Zeit grad anliegenden Auftrag auch ein paar Videos wollte, wollte ich spontan auf diesen „Filmer“ zurückgreifen. Seine bisherige Arbeit sah ganz manierlich aus, es gab keinen Grund für Misstrauen. Nachdem dieser „Filmer“ von mir etwa eine Woche vor dem Job für diesen gebrieft worden war, und er somit genug Infomationen zu Job und vor allem über den Kunden hatte, hat dieser Filmer sich hinter meinem Rücken direkt an diesen Kunden gewendet. Ihm die Ohren vollgeheult, was er an Extra-Technik für den Job anschaffen müsse (!), den Kunden um einen Zuschuss dafür angebettelt und dann noch versucht, sich diesem Kunden als direkter Auftragnehmer an mir vorbei für ein paar Euro weniger anzudienen.
Der Kunde war glücklicherweise loyal, hat mich sofort angerufen und gefragt was da los sei“.
Schliessen wir diese Geschichte kurz ab: Dieser „Filmer“ hat den Job nicht gemacht, mich dann noch beschimpft und ward nie wieder gesehen. Der Kunde zählt übrigens bis heute zu meinen Auftraggebern.
Etwas ähnliches ist dann in diesen Jahren gleich noch mal passiert: Ich brauchte für einen anderen Job einen Co-Knipser. Manche Sachen gehen schon zeitlich gar nicht alleine. Anhand der lieferbaren Foto-Qualität wählte ich jemand aus (den ich eigentlich auch kannte. Aber – wieder getäuscht…). Irgendwann im Vorfeld des Jobs erhielt ich wieder vom eigentlichen Kunden eine email, in der mir wiederrum eine email von vorgesehenen Co-Knipser an diesen Kunden weitergeleitet wurde. Auch dort bot sich dieser Co-Knipser an mir vorbei direkt als Auftragsnehmer für weniger Honorara an.
Wieder war aber ein Kunde loyal, wieder flog ein Möchtegern-Knipser sofort aus dem Ring, wieder zeigte sich sich einer trotz erheblicher eigener Mängel uneinsichtig und beleidigend. Es bleibt die Frage: WAS geht in diesen Leuten vor sich….
Für ein weiteres Beispiel muss ich mal kurz etwas ausholen:
Wenn ich Jobs zu vergeben habe, ist die zu liefernde Arbeit die ich zu vergeben habe, GENAU definiert. Die „ich möchte auch gern mit der Knipserei Geld verdienen-Leute“ werden von mir im Vorfeld natürlich GENAU instruiert, es gibt von mir absolut exakte Angaben über Zeit, Ort und Art dessen was zu tun ist und was ich haben will (bzw der Kunde), jederzeit können im Vorfeld ausserdem gern alle Fragen gestellt werden.
So begab es sich also eines schönen Abend, dass so ein XXX (zensiert) von mir u.a. instruiert wurde, im Rahmen eines Jobs an einem bestimmten Tag um 19 Uhr zur blauen Stunde an einem bestimmten Ort und Motiv zu sein, und genau von mir bezeichnete Fotos zu erstellen. Um etwa 20:15 Uhr erhielt ich von diesem XXX (zensiert) einen Anruf, er „sei jetzt da und was denn zu tun sei“. Auf meine verblüffte Frage, warum er erst jetzt vor Ort sei und das Motiv unbedingt zur blauen Stunde benötigt wurde, und ich das ja auch klar gesagt hatte, kam nur ein motziges „was soll das jetzt“ zurück. Auch die restlichen zu erstellenden Fotos hat XXX (zensiert) völlig unmotiviert und unvollständig abgeliefert.
Daraufhin habe ich ihn gefeuert und für den Rest des Jobs nicht mehr eingesetzt.
Tatsächlich hatte er dann aber unfassbarerweise den Nerv, sofort das „gesamte“ Honorar zu fordern und mich ausgiebig zu beschimpfen. Ausserdem „drohte“ er mir an sich zum Büro des Kunden zu begeben und dort über mich „zu erzählen“, auch einen extra für den Job erhaltenen Zutrittsausweis wollte er zuerst nicht mehr an mich rausrücken. Die Antwort aber, warum er nicht pünktlich on location war und nicht das genau Beauftragte geliefert hat, ist er mir aber bis heute schuldig geblieben.
Was soll man dazu noch sagen…
Diese Geschichte eben, lässt sich aber tatsächlich noch toppen 😉
Wieder ein anderer hat es nämlich vor einigen Jahren tatsächlich fertig gebracht, zum eigentlichen Foto-Termin (den ER im Vorfeld gegen Bezahlung haben wollte…!) dann überhaupt nicht zu erscheinen, also auch keine Fotos zu machen. Von mir am nächsten Tag zur Rede gestellt, war seine Ausrede allen Ernstes, dass er an diesem Abend „seinen Wocheneinkauf erledigen musste“ und „ich solle mich nicht so aufregen“. Achso ja, geht ja nur um Fotos für Kunden die ich liefern sollte, was rege ich mich denn auf….
Einem chronisch klammem und immer darüber jammernden jungen Studenten war es unlängst gleich mehrfach „zuviel“, mal einige Tage pünktlich irgendwo zu erscheinen (einer, der „auch von der Fotografie leben wollte“…).
Ein junger Mensch wollte gern ein Praktikum bei mir machen. Und „am liebsten gleich morgen bei mir anfangen“. Spontan ja sehr gerne, hätte mir auch in den Kram gepasst – von heute auf morgen aber auch bei mir nicht möglich. „Auf mein „Schick mir doch einfach mal per Mail eine Bewerbung“ kam dann auch nie wieder was von der Person, die am liebsten gleich morgen anfangen wollte. Eine Stunde Telefonat im Vorfeld umsonst verbraten. Wobei ich ja noch froh sein kann, dass es nicht zu einem Praktikumsplatz kam, denn Freude oder Mehrwert hätte ich da eh nicht gehabt…
Ich könnte diese Liste mit ein paar kleineren Nebenstories fortsetzen, aber belassen wir es bei den ziemlich Idiotischsten.
All diese XXX (Selbstzensur) waren übrigens nicht gezwungen, für mich Fotos zu machen, sondern wollten von alleine „auch mal von der Fotografie leben“. Für mich immer noch völlig unverständlich, dass dann so Sachen wie eben beschrieben dabei rauskommen.
Eine zeitlang habe ich mich selbstkritisch als dafür verantwortlich gesehen – falsche Auswahl durch mich usw. Nach einigen Gesprächen mit Kollegen, die weit länger im Foto-Geschäft sind als ich und EXAKT dieselben Probleme mit diesen XXX (zensiert) haben, habe ich dazu inzwischen wieder Frieden mit mir geschlossen. Manche Knallschoten sind halt sich selbst der grösste Feind.
Neulich war ich ein Wochenende in Hamburg, Freunde besuchen. Da fiel mir in diesem Zusammenhang eine Geschichte – nein: eine Anekdote – ein, die ich auch Euch nicht vorenthalten möchte.
Thema: Die Menschheit ist bekloppt geworden, mein Lieblingsthema 😉
Zugetragen hat sich das bereits im Jahre 2009. Ich weiss nicht mehr, wo in Berlin ich den anderen Knipser „kennengelernt“ hatte, bei irgendeiner Knips-Veranstaltung in Berlin vermutlich. Es ergab sich ein Kontakt, er war dann später nochmal zum Knipsen in Berlin, wir haben uns getroffen. Auch die Frauen haben sich gut verstanden, die Gegeneinladung nach Hamburg wurde ausgesprochen. So weit, so normal.
Irgendwann einige Zeit danach begab es sich auf irgendeiner Rückfahrt, dass ich abends mit dem Auto in Hamburg ankommen würde. Damals noch per SMS, fragte ich also bei diesem Knipser an, ob das zeitlich und so spontan passt. Es passte, und so rollte ich am nächsten Abend in Hamburg an.
Eine Stunde vor unserem verabredeten Treffen schickte diese Person mir eine SMS mit einer Absage, weil er plötzlich zu einem Einsatz gerufen worden sei – er war Polizeibeamter. Ok, kein Problem, simste ich zurück, schade zwar aber kann mich auch allein beschäftigen, in Hamburg allemal.
Meine Wahl fiel auf den alten Elbtunnel. Zu dem ich also hin- und dann per Fahrstuhl hinabfuhr, und mich dort etwa drei Stunden knipserisch vergnügte. Was ich nicht wusste: Da unten war damals noch kein Handynetz. Übrigens begegeneten mir da unten damals in den etwa drei Stunden keine fünf Leute.
Und so kam es jedenfalls, dass ich irgendwann gegen Mitternacht oder 1 Uhr morgens, als ich wieder aus dem alten Tunnel rauskam und das Handy wieder Netz hatte, plötzlich ein rundes Dutzend SMS auf dem Handy erhielt.
Alle von diesem Hamburger Knipser, und ich dachte zuerst ich guck nicht richtig: Er „hätte versucht mich zu erreichen“, regte sich ganz furchtbar auf dass ich nicht antwortete und drohte mir an, wenn ich mich nicht innerhalb von 30 Minuten melden würde mich „zur Fahndung auszuschreiben“ (!). Wobei er diese Nachricht bereits etwa eine Stunde nach seiner Absage schickte. Merkwürdige Art, woher sollte ich wissen wie lange der Einsatz dauerte….
Habe noch sinngemäss geantwortet „sorry bin grad aus dem Tunnel wusste nicht dass da kein Netz“ und „du sagstes doch dass Du Einsatz hast“. Ausserdem fragte ich ihn, ob das mit der „Fahnung“ ein Witz sei oder Ernst gemeint. Diese Person hat dann nachgelegt, und offensichtlich hat er das wirklich alles Ernst gemeint…. Ich habe das dann einfach ignoriert und nicht mehr geantwortet. Der Typ hat am nächsten Morgen noch ein paar Nachrichten gesendet, danach nie wieder was von ihm gehört. Ein Glück war er im Nebenberuf nicht auch noch Stalker 😉
Vielleicht mach ich aus diesen Anekdoten mal eine gelegentliche und anonymisierte Mini-Serie hier, da gibt es über die Jahre alleine aus Knipserzeiten so einige Geschichten und Geschichtchen…;-)
Dieses Panorama aus dem Berliner Regierungsviertel war eines meiner ersten grösseren Panoramen überhaupt – angefertigt im Jahr 2007:
Sehr stolz war ich da natürlich, als ich dieses Panorama im Jahr 2008 gleich mehrfach verkaufen konnte. Unter anderem an den damaligen „Karstadt“-Konzern für die „Doppelseite“ einer Mitarbeiterzeitung:
Mit freundlicher Genehmigung/ andere Bilder auf der Doppelseite sind nicht von mir und daher aus urheberrechtlichen Gründen unkenntlich gemacht
Und im selben Jahr dann an eine grosse amerikanische Firma. Daraus hat sich dann noch eine jahrelange sehr gute Geschäftsbeziehung ergeben, die mich u.a. quer durch Europa führte.
Screenshot/ mit freundlicher genehmigung
Vielen Dank an meine netten Kunden!
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