Weihnachten für Obdachlose 2013 – als Fotograf wieder mit dabei…

Bereits zum 19. mal veranstaltete der Sänger Frank Zander mit seiner Familie und zahlreichen Spendern das „Weihnachtsfeier für Obdachlose“ . Wie schon Ende 2012, war auch ich am 23. Dezember 2013 wieder im Berliner ESTREL-Hotel dabei.

Zahlreiche kleine und grosse Spender, freiwillige und hochengagierte Helfer vor Ort sowie jede Menge Prominente und Künstler (dieses Jahr vor allem SEEED 😉 ) haben wieder alles gegeben, um rund 2800 „Bedürftigen“ am Vorabend vor Heiligabend nicht nur 2800 Gänsekeulen zu servieren.

Das Wort „Bedürftige“ habe ich genz bewusst hervorgehoben: Wie schon im letzten Jahr, kann man sich als unauffälliger Beobachter kaum des Eindrucks erwehren, dass ein bestimmter Teil dieser „Bedürftigen“ gar nicht bedürftig ist. Wenn man das unzufriedene Gemecker einiger dieser „Bedürftigen“ hört wie etwa: „letztes Jahr waren die Portionen aber grösser“ (stimmt aus meiner Sicht nicht mal) oder „was denn, gar keine Pfannkuchen dieses Jahr“, wenn ich mir die Anzahl und vor allem Wertigkeit von vorhandenen und zur Schau gestellten Handys,Fotoapparaten und Videotechnik ansehe und wenn ich beobachte, mit welcher Unzufriedenheit und puren Raffmentalität z.B. Spielzeugspenden betrachtet und in extra mitgebrachte Riesenkartons teils aggressiv, gierig und ohne jeden Sinn eingesackt werden, muss man sich diese Frage schon stellen. Wenn ich dann abends gehe und ich sehe einen dieser „Bedürftigen“ in ein teures Auto einsteigen und wegfahren, kann man sich nur noch wundern. Nicht dass es ich irgendjemanden nicht gönne, wirklich – doch stehe ich auf dem Standpunkt, dass man erst dann in diesem Sinne bedürftig ist, wenn man sich all die Luxusgüter wie z.B. Handy (insbesondere immer das aktuellste Modell), teure Fotoapparate und erst recht ein Auto gar nicht mehr irgendwie leisten kann.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Meine Kritik richtet sich natürlich nur an die scheinheilig „Bedürftigen“, und in keinem Fall an die, die es wirklich brauchen (und auch dankbar annehmen) – und diese Leute sind in der absoluten Überzahl. Diese freuen sich wirklich über jedes nette Wort, finden das Essen ausreichend und lecker und sind dankbar, dass sie sich z.B. die Haare schneiden lassen können und am Ende der Veranstaltung eine grosse Tüte mit leckerem und nützlichem Inhalt geschenkt kriegen.

So bleibt einem selbst nur das stille Beobachten. Die Veranstaltung selbst ist für die diese Überzahl an dankbaren und wirklich bedürftigen Mitmenschen ein tolles und leider notwendiger Event. Das allein ist was zählt, das ist was für die Familie Zander, alle Helfer und Spender und der überwiegende Teil der Prominenten zählt! Wieder viele nette Grüsse an alle Helfer und Kollegen und vor allem an Frank Zander und seinen Sohn Marcus, die das ganze planen, organisieren und durchführen!

 

Obdachlosenfest Berlin – 2012

Seit 1995 veranstaltet der Sänger Frank Zander mit seiner Familie („Hier kommt Kurt“, „Nur nach Hause geh’n wir nicht“) alljährlich für Obdachlose und Bedürftige in Berlin ein Weihnachtsessen. Zahlreiche Spender, ehrenamtliche freiwillige Helfer und Sponsoren sorgen für die reibungslose Durchführung, Prominente treten kostenlos auf und/ oder servieren Speisen. Jedes Jahr wird diese Veranstaltung grösser, auch der Medienrummel drumherum – begrenzt scheinbar nur durch Raumgrössen und Sicherheitsbestimmungen.

2012 fand nun die 18. Auflage dieser wohltätigen Veranstaltung im ESTREL Convention Center (immerhin das grösste Hotel Deutschlands) statt, und ich habe den Veranstaltern eine Fotostrecke über diese Veranstaltung gesponsort. Ich finde, dass zuviel auf „hohem Niveau“ gemeckert wird und viele gar nicht wissen, wie gut es ihnen „trotzdem“ geht – vielleicht macht sich ja der ein oder andere beim Betrachten der Fotos mal Gedanken, was wirklich wichtig ist, und was eher nicht so….

Der Tag selbst hat in mir natürlich ziemlich viele Eindrücke hinterlassen, teilweise auch verwirrende. War natürlich die weit überweigende Zahl der Bedürftigen tatsächlich bedürftig, konnte man aus der Distanz aber in (wenigen) Einzelfällen auch hier eine reine Schnorrermentalität beobachten. Umgekehrt waren einige (absolute Minderzahl!) „Prominente“ scheinbar aber auch nur erschienen, damit die versammelte Pressemeute sie mit dem Teller beim Servieren ablichtet, und dann unauffällig und schnell wieder verschwunden.

Neben den vielen Kindern (die sich über jede Kleinigkeit schüchtern bis überglücklich gefreut haben), konnte man die Freude und Dankbarkeit der Menschen über die Mahlzeit hinaus sehr spüren. DIe Bühnenshows von Jeanette Biedermann, Claudia Jung, Frank Schöbel, natürlich Frank Zander und anderen hat den kompletten Saal dann tatsächlich endgültig zum Ausrasten gebracht 😉 – okay, ist nicht meine Musik, aber darauf kam es an dem Abend wohl nicht so an 😉

Am meisten berührt hat mich aber, dass ich dort jemanden nach etwa 12 Jahren wieder getroffen habe -jetzt wirklich auf der Strasse lebend- der mir früher als Wohnungsmieter vom täglichen Grüssen als Nachbar in einem Haus bekannt war, in welchem ich früher einmal für eine Firma gearbeitet habe. Der „Weg nach unten“ geht wirklich ganz schnell 🙁

Viele Grüsse von mir an alle netten Helfer (und es waren alle nett 😉 ), an die Familie Zander und all die netten Menschen, die ich an dem Tag kennenlernen dürfte!

Klick auf eines der Bilder öffnet die gesamte Fotoshow, navigiert dann einfach mit den Pfeiltasten. Wenn sich jemand auf den Fotos erkennt, schicke ich Euch gerne das Original – mailt mir einfach!