Pyrenäen 360° Panorama

Wenn wir schon bei den Rumdumsichten sind, habe ich hier noch eine aus den Pyrenäen. Eigentlich hab ich da am Berg schön versteckt oben mein Auto geparkt, der Weg ist aber auch Teil des Jakobsweges (Pilgerweg). In den vier Tagen da hab ich mehr Deutsche getroffen als in den Monaten unterwegs zuvor 😉

Alcántara (Spanien)

Nach so viel Berlin hier, nun mal wieder etwas aus wärmeren Gefilden im Sommer. Auf dem Rückweg aus Portugal lag kurz nach der Grenze zu Spanien das historische Alcántara am Tejo. Bekannt für die uralte historische Römerbrücke und den modernen Staudamm.

Die ganze Gegend war abartig heiss und trocken. Das Thermometer zeigte tagsüber Werte jenseits der 40 Grad, und fiel nachts kaum unter 30 Grad. Das ist im Van auch nachts nur mit offenen Türen auszuhalten. Immerhin, mit so einem Ausblick ins Bett gehen und aufwachen macht es erträglich 😉

Die Pyrenäen

Auf dem Rückweg nach Deutschland hatte ich mir vorgenommen, diesmal nicht nur auf der Autobahn durch die Pyrenäen zu hetzen, sondern in Ruhe über einen weniger befahrenen Pass zu fahren.

Gesagt – getan! Bei Candanchú, direkt an der spanisch-französischen Grenze in den Pyrenäen, fand sich nicht nur ein schöner ruhiger Parkplatz im Nirgendwo, sondern auch ein paar schöne Motive.

KLICK auf das Bild öffnet eine schöne grösssere Ansicht!

Alicante sunset (Panorama Spanien)

Auch so eine Massentourismus-Stadt an der Mittelmeerküste in Spanien. Hat sich allerdings etwas Charme bewahrt.

Nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt gibt es (noch) schöne Park- und Übernachtungsplätze direkt am Meer. „Passenderweise“ versagte hier die Schliesstechnik an meinem Auto – Danke Mercedes Alicante für die supernette und schnelle Reparatur!

Wie immer: KLICK aufs Bild öffnet die grosse Ansicht!

Benidorm (Panorama Spanien)

Jedes mal fahre ich andere Wege in den Süden, jedes mal entdecke ich zufällig neues dabei. So ist der Plan 😉

Dieses Jahr lautet ein Zwischenziel Alicante. Weil ich in Frankreich zuvor wieder mal Zeit vertrödelt habe, nehme ich den schnellen Weg nach Alicante – die (mautpflichtige) Autobahn. Von der Autobahn aus sieht man dann schon von Weitem die „beeindruckende“ Skyline von Benidorm an der Costa Blanca. Bis ca 1950 ein kleines Fischerdorf, trägt Benidorm heute wegen der zahlreiche Wohntürme für Hotels und Apartments den Spitznahmen „Little Manhatten“. Der übliche, eigentlich seelenlose Massentourismus an der spanischen Mittelmeerküste 🙁

Wie immer – gut für ein Panorama ist es allemal.

Tarifa

Nach einigen schönen Tagen in Gibraltar bzw dem spanischen Pendant La Linea zuckeln wir weiter nach Tarifa. Die am südlichsten gelegene Stadt des europäischen Festlandes. Es sind kaum 30 Kilometer von Gibraltar aus – und kaum entspannt in Tarifa angekommen, werden wir gleich erstmal wieder von der Guardia Civil angehalten und routinemässig kontrolliert. Man beschäftigt sich intensivst mit unseren Ausweisen und den Fahrzeugpapieren, bemüht ausdauernd das Funkgerät, und läuft dabei etwa zehn mal um das Auto herum. Immerhin verzichteten die freundlichen Herren in Uniform auf einen Blick in den Kühlschrank, man begnügt sich mit einem oberflächlichen Blick ins Fahrzeug…

Aufgrund seiner Lage nahe Afrika, war Tarifa immer wieder Brennpunkt bedeutender geschichtlicher Ereignisse. Sehr viel davon kann man sehen, wenn man durch die Altstadt und entlang der Küste läuft.Der afrikanische Kontinent und sein Rif-Gebirge ist nur 14 Kilometer entfernt und bei gutem Wetter leicht zu sehen.

Im Hafen von Tarifa starten/ enden Fähren nach/ aus Marokko. Den Tagesausflug nach Marokko hatten wir auch vor, und wollten dafür in einem der Läden dort dafür Tickets erwerben. Im ersten Laden gab man uns zu verstehen, dass (angeblich) die nächsten zwei Wochen alles ausverkauft ist. Im zweiten Laden wollte man weder Englisch noch Französisch sprechen, nur Spanisch, was keiner von uns kann. Auch gestikulieren und zeigen mit den Fingern auf die „Angebote“ (in Englisch, Deutsch, Französisch, Arabisch…) hat nicht wie sonst weitergeholfen – man wollte wohl nicht. Sehr ungewöhnlich. Wirklich „witzig“, ein Angebot für Touristen ohne englischsprachiges Personal. Ebenso erging es uns mit den Touren, die Whalewatching anboten: Dort sprach man zwar Englisch, in den nächsten drei Tagen sei aber aufgrund irgendwelcher Wetterverhältnisse leider nicht mit Tierbeobachtung zu rechnen. Okay, immerhin fair dass man uns darauf hinweist, und nicht für absehbar nichts abzockt.

Also erstmal schönen Parkplatz suchen, und dann Altstadt in Ruhe angucken:

Strassenname in der Altstadt von Tarifa 😉

Tarifa ist einer der Hotspots in Europa für die Kiter/ Surferszene. Das ist aber längt auch eine Massenveranstaltung – zu jeder Zeit stapeln sich die Surferbusse auf den Parkplätzen, sind die Strände mit Surfschulen und ihren Schülern gut belegt.

Wir finden ein sehr leckeres und angenehm etwas abseits gelegens Restaurant, lassen den Tag später am Ende der Hafenmole mit spanischem Bier und Blick auf den Leuchtturm von Tarifa ausklingen. Als wir so die Lichter von Afrika im Hintergrund sehen, ärgere ich mich doch darüber, dass man uns zwei Touris nicht spontan auf einer der Fähren unterbringen kann, und wir beschliessen, da morgen in diesem Laden nochmal nachzuhaken.

Der Plan zerschlägt sich aber – alle Läden haben bis um 14 Uhr geschlossen. Okay, es soll wohl nicht sein….ärgerlich, aber nicht zu ändern, wozu aufregen oder noch Zeit verschwenden. Ein paar Kilometer von Tarifa entfernt soll es eine historische Ruinenstadt der Römer direkt am Mittelmeer geben. Da wir keine Lust haben, faul am Strand rumzuliegen, erscheint dies als lohnenswertes Ziel. Die Ruinenstadt heiss „Baelo Claudia“ und liegt direkt an einem schönen weitläufigen Strand, zu dem auch noch das offizielle Naturdenkmal „Sanddüne“ gehört. Die ist zwar „effektiv“ nur etwa 30 Meter hoch, aber irgendwie fordert das hochstapfen dort richtig Kraft.

Blick von der Düne:Endlose Pinienwälder….

Die Ruinen und ein Museum zu der Römerstadt „Baelo Claudia“, seinerzeit wohl ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Zentrum in der Gegend, können von EU-Bürgern kostenlos besichtigt werden (weil die EU die gesamte Ausgrabung bezahlt, wie man erfährt). Man will unsere Ausweise sehen, und wir dürfen uns dann auf dem weitläufigen Gelände frei bewegen. Ich schrieb es ja irgendwo während der Reiseberichte hier schonmal – ich für mich bin ja überzeugt im falschen Jahrhundert oder Jahrtausend geboren zu sein 😉 Und wenn ich dann so über die freigelegten Steine einer 2000 Jahre alten Strasse oder durch die Säulengänge von Tempelresten gehe, vor meinem inneren Auge so einen Römer in seiner Tunika geschäftig entlangschreiten sehe, oder Händler ihre Fische feilbieten, weiss ich auch wieder warum 😉 Wer also mal dort in der Gegend ist – so oder so unbedingt angucken!

Da wir einen schönen Parkplatz und genug Vorräte an Bord haben, beschliessen wir, für heute hier zu bleiben und verbringen den Tag doch noch am Strand und vor allem im Wasser 😉 Abends ist der kilometerlange Strand fast menschenleer, und wir geniessen Ruhe und Freiheit.

Am nächsten Morgen herrscht sehr starker Wind. Wir haben noch genau 7 Tage bis wir wieder in Berlin sein müssen, das Navi sagt runde 3200 Kilometer Strecke. Da wir eigentlich gar nicht weg wollen, auf die Rückfahrt aber auch keine Lust haben, aber auch wissen was da vor uns liegt, kurven wir dort noch ein bisschen durch die Gegend. Allerdings schon irgendwie unmotiviert, immer die anstehende notwendige Rückfahrt im Hinterkopf. Inzwischen ist es auch überall recht voll geworden, mal spontan irgendwo Parken wird auch immer schwieriger. Und als die Guardia Civil uns mittags in Trafalgar anlasslos nochmal eingehend kontrolliert, reicht es dann. Als ob wir wie Flüchtlingshelfer aussehen *grummel*. Wir befüllen das Auto und die Vorräte, unser schöner Parkplaz in Tarifa ist noch/ wieder frei – ein letzter Tag und eine letzte Nacht noch, bevor es Richtung Heimat geht.

Über den sehr wichtigen offiziellen Wegscheucher mit seinem Quad am nächsten morgen um 6 Uhr, der alle Parker mit lautem ans Auto klopfen aufweckt, sie betont grimmig anguckt, Fotos von den Fahrzeugen macht und sich Autonummern aufschreibt, lachen wir nur noch. Ein Strafzettel dazu ist übrigens nie gekommen.

Innerhalb von zwei Tagen sind wir an der spanisch-französischen Grenze und beschliessen dort spontan, einen Umweg über Andorra zu machen.